Im simul+Wettbewerb „Ideen für den ländlichen Raum“, hat Staatsminister Thomas Schmidt am 6. Mai in einem Livestream die besten von 362 eingereichten Vorhaben gekürt. Insgesamt 70 Beiträge aus ganz Sachsen wurden mit Prämien in Höhe von 5.000 bis 300 000 Euro ausgezeichnet. Knapp fünf Millionen Euro wurden zur Umsetzung der Ideen in den sächsischen Dörfern und kleinen Städten im ländlichen Raum bereitgestellt.

Im Raum Annaberg erhält der MITEINANDER e. V. aus Geyer 15 000 Euro. Das Anliegen der Mitglieder: im Haus am Brunnenplatz einen Mehrgenerationentreff aufzubauen. Die Räumlichkeiten stellt der Eigentümer zur Verfügung. Den notwendigen Innenausbau will der Verein organisieren. Anschließend soll das Gebäude einen Kreativ- und Handwerkertreff beherbergen sowie eine Galerie, in der Lesungen und Spielenachmittage veranstaltet werden sollen. Der Treff steht allen Einwohnern offen, richtet sich schwerpunktmäßig an Familien, Senioren, Alleinstehende und Menschen mit Behinderungen und sozial Benachteiligte. Inklusion und Integration sollen gelebt werden. An einem Schnuppertag sagten bereits weitere Einwohner und Nachbarn ihre Hilfe und Mitarbeit zu.

5.000 gehen an den Förderverein der Kirchgemeinde Mildenau. Das Dorf hat rund 3.400 Einwohner. Die Jüngeren treffen sich gern in der „Offenen Pfarrscheune“. Häufig nutzen sie für ihre Anfahrt Skateboards und Stuntscooter. Zur Errichtung eines Skaterparks fehlte ihnen bislang ein geeigneter Platz. Den wollen nun Mitglieder des Fördervereins der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Mildenau e. V. auf einem Grundstück der Kirchgemeinde zur Verfügung stellen und ein umfangreiches Areal für die sportliche Betätigung schaffen. Auf dem geplanten Areal soll zusätzlich zum Skaten beispielsweise Fußball- und Volleyballspielen ermöglicht werden sowie ein Freibereich für alle Einwohner des Ortes entstehen. Jung und Alte sollen zusammen kommen und Gemeinschaft leben. Ein Ideenwettbewerb wird ins Leben gerufen, um die Kreativität der der Jugendlichen anzuregen und Vorstellungen und Wünsche zum Projekt zusammenzutragen.

„Ich freue mich, dass auch eine Stadt und eine Gemeinde aus meinem Landtagswahlkreis Geld aus dem Programm bekommen. So können vor Ort sinnvolle Projekte realisiert werden, die dem Gemeinwohl zugutekommen“, so CDU-Landtagsabgeordneter Ronny Wähner.

Hintergrund:
Der Wettbewerb der Zukunftsinitiative simul+ wurde im August 2019 zum zweiten Mal ausgelobt. Gesucht wurden konkrete Ideen für die Gestaltung des Zusammenlebens im ländlichen Raum und zur Verbesserung der Lebensqualität vor Ort. Der Wettbewerb richtete sich an alle, die mit guten Ideen für den ländlichen Raum aktiv sind: Das Modul »Projekt« für im Freistaat Sachsen ansässige Vereine, lokale Verbände und Initiativen, natürliche Personen und Unternehmen sowie das Modul »Land.Kommune« für Städte und Gemeinden im Freistaat Sachsen sowie landesweit tätige Vereine, die satzungsgemäß überwiegend Ziele der ländlichen Entwicklung verfolgen.

Bei den prämierten Beiträgen stehen Impulse für die Kommunikation durch vielfältige Treffpunkte im Vordergrund. Auch die Wertschätzung von Wissen der älteren Generation in Verbindung mit der Inspiration junger Menschen ist ein Anliegen. Hinzu kommen Innovationen für ein besseres Angebot an regional erzeugten Lebensmitteln und die Stärkung der Wirksamkeit von Kunst und Kultur im ländlichen Raum. Außerdem beinhalten die Projekte zahlreiche Ideen zur konkreten Anwendung digitaler Technologien und der Schaffung digitaler Arbeitsplätze in einem kreativen, ländlichen Umfeld.